29.10.2014
Ich weiß, es mag vielleicht
etwas spät erscheinen, im Oktober den ersten Blogeintrag zu posten,
wenn man im August ausgereist ist, aber eigentlich kann ich jetzt
erst sagen, dass ich wirklich in Togo angekommen bin.

Nach einem sehr, sehr
anstrengendem Flug mit sechs Stunden Aufenthalt in Addis Abeba (der
beste Beweis dafür, dass der Weg nicht immer das Ziel ist) kamen die
anderen ICJA-Volontäre – Pauline, Klara, Nele, Rebecca, Shannon,
Simon, Magnus, Veronika, Ronja – und ich in Lomé, der Hauptstadt
Togos an. Vertreter der Partnerorganisation Campagne des Hommes (CdH)
nahmen uns dort in Empfang und fuhren uns nach Kpalimé, die
drittgrößte Stadt Togos. Dort befindet sich auch der Sitz von CdH
sowie von sehr vielen anderen Nichtregierungsorganisationen (NGOs).
Die Ferienschule in den Bergen
Nach einer Woche Ankunftsseminar, in dem wir u.a. die Geografie und
Geschichte des Landes kennenlernten, ging es direkt weiter nach Womé,
ein kleines Dorf in den Bergen, die Kpalimé umgeben.
Dort wurden wir herzlich
willkommen geheißen und bekamen ein eigenes kleines Haus zugewiesen,
das wir uns mit einer französischen (Juliette) und einer finnischen
Volontärin (Katri), sowie vier nationalen Volontären (Atout,
Beaugard, Eric und Judy) teilten.

Insgesamt haben wir einen
ganzen Monat in Womé verbracht, um dort eine Ferienschule zu leiten,
da viele unsere ursprünglichen Projekte in Kpalimé erst mit dem
Schulstart am 29.09. begonnen haben. Obwohl die Arbeit also nur als
Überbrückung gedacht war, hat mir das Unterrichten bzw. das
Assistieren dabei großen Spaß gemacht und ich habe selbst in der
kurzen Zeit viel dazugelernt.
Rebecca und ich waren
zusammen mit Atout und später Eric für die Mathematikklassen in der
Mittelstufe (Collège) verantwortlich. Und endlich ließen sich meine
beiden Leistungskurs aus der Oberstufe kombinieren: Oder wann gibt
man schon Mathe-Unterricht auf Französisch? :D Tatsächlich ist das
schwieriger als es sich vielleicht anhören mag, schließlich muss
man die einfachsten Begriffe noch einmal lernen (Zähler = numérateur ; Nenner = dénominateur ; usw.)

Wie bereits erwähnt, habe
ich in diesem ersten Monat bereits sehr viel gelernt, angefangen beim
abendlichen Skatspielen (leichter als es aussieht), über neue
Flechtfrisuren (schwieriger als es aussieht) und die ersten
Ewe-Wörter, bis hin zu dem Selbstbewusstsein, vor einer lärmenden
Kinderschar oder gar bei einer Gemeindeversammlung zu sprechen. Denn
uns wurde mehr als einmal die Ehre zuteil, bei einem Fest oder eine
öffentlich Diskussionsrunde spontan das Wort ergreifen zu dürfen,
und wir wurden sogar vom Dorfchef in sein Haus eingeladen.
Zurück in Kpalimé
Trotz einiger Widrigkeiten –
nicht selten haben wir über das fehlende Internet, den schlechten
Handyempfang und das Wasserschleppen von der 20min-entfernten Pumpe
gestöhnt – hatten wir auch sehr interessanten, aufregende und
schöne Momente in Womé, dem Dorf in den Bergen.
Einen Monat später –
zurück in Kpalimé – haben wir dann endlich unsere Gastfamilien
kennengelernt, sind „eingezogen“ und haben mit einem zweiwöchigem
Sprachkurs in Ewe, der Landessprache im südlichen Teil Togos,
begonnen.
Und schließlich durften wir
auch mit der Arbeit in unseren Projekten beginnen. Doch davon werde
ich ein anderes Mal berichten... ;)
LG, eure Tjada
PS: Habt ihr bestimmte
Themen, die euch interessieren (z.B.
Gastfamilie/Essen/“Kulturschocks“/...)? Dann hinterlasst doch
einfach einen Kommentar! (: