24.10.2014

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich Willkommen auf meinem Blog! Mein Name ist Tjada Schult, ich bin 18 Jahre alt, komme aus Berlin und habe mich nach dem Abi im Frühjahr diesen Jahres dazu entschlossen, mit der Entsendeorganisation ICJA einen weltwärts-geförderten Freiwilligendienst in Togo zu leisten, über den ich ein wenig berichten werde.

Ich ahne schon, welche Frage euch als erstes auf der Zunge liegt: Wie kommt man denn auf Togo?? Tatsächlich wurde ich das schon häufiger gefragt, nicht etwa mit missbilligendem Unterton sondern aus reinem Interesse, wie man sich für ein so kleines doch eher unbekanntes Land entscheidet.

Nun, eine Antwort darauf zu finden ist schwer. Ich hatte mich von Anfang an für afrikanische Länder interessiert und diejenigen bevorzugt, in denen Französisch die Amtssprache ist. Über die weltwärts-Seite (-> Link) bin ich dann auf Togo gekommen und – man sehe es meinen Geografiekenntnissen nach – musste prompt googeln, wo das denn überhaupt liegt. :D

Ich bin auf jeden Fall froh, dass es schließlich Togo geworden ist, denn ich bin sehr glücklich hier.

Dennoch denke ich, dass man in jedem Land dieser Welt eine schöne Zeit im Freiwilligendienst (FWD) verbringen kann, denn es gibt unzählige einzigartige Kulturen, Orte und Menschen, die es alle gleichermaßen kennenzulernen lohnt!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Angekommen

29.10.2014

Ich weiß, es mag vielleicht etwas spät erscheinen, im Oktober den ersten Blogeintrag zu posten, wenn man im August ausgereist ist, aber eigentlich kann ich jetzt erst sagen, dass ich wirklich in Togo angekommen bin.
Nach einem sehr, sehr anstrengendem Flug mit sechs Stunden Aufenthalt in Addis Abeba (der beste Beweis dafür, dass der Weg nicht immer das Ziel ist) kamen die anderen ICJA-Volontäre – Pauline, Klara, Nele, Rebecca, Shannon, Simon, Magnus, Veronika, Ronja – und ich in Lomé, der Hauptstadt Togos an. Vertreter der Partnerorganisation Campagne des Hommes (CdH) nahmen uns dort in Empfang und fuhren uns nach Kpalimé, die drittgrößte Stadt Togos. Dort befindet sich auch der Sitz von CdH sowie von sehr vielen anderen Nichtregierungsorganisationen (NGOs).

Die Ferienschule in den Bergen 

 

Nach einer Woche Ankunftsseminar, in dem wir u.a. die Geografie und Geschichte des Landes kennenlernten, ging es direkt weiter nach Womé, ein kleines Dorf in den Bergen, die Kpalimé umgeben.
Dort wurden wir herzlich willkommen geheißen und bekamen ein eigenes kleines Haus zugewiesen, das wir uns mit einer französischen (Juliette) und einer finnischen Volontärin (Katri), sowie vier nationalen Volontären (Atout, Beaugard, Eric und Judy) teilten.
Insgesamt haben wir einen ganzen Monat in Womé verbracht, um dort eine Ferienschule zu leiten, da viele unsere ursprünglichen Projekte in Kpalimé erst mit dem Schulstart am 29.09. begonnen haben. Obwohl die Arbeit also nur als Überbrückung gedacht war, hat mir das Unterrichten bzw. das Assistieren dabei großen Spaß gemacht und ich habe selbst in der kurzen Zeit viel dazugelernt.
Rebecca und ich waren zusammen mit Atout und später Eric für die Mathematikklassen in der Mittelstufe (Collège) verantwortlich. Und endlich ließen sich meine beiden Leistungskurs aus der Oberstufe kombinieren: Oder wann gibt man schon Mathe-Unterricht auf Französisch? :D Tatsächlich ist das schwieriger als es sich vielleicht anhören mag, schließlich muss man die einfachsten Begriffe noch einmal lernen (Zähler = numérateur ; Nenner = dénominateur ; usw.)
Wie bereits erwähnt, habe ich in diesem ersten Monat bereits sehr viel gelernt, angefangen beim abendlichen Skatspielen (leichter als es aussieht), über neue Flechtfrisuren (schwieriger als es aussieht) und die ersten Ewe-Wörter, bis hin zu dem Selbstbewusstsein, vor einer lärmenden Kinderschar oder gar bei einer Gemeindeversammlung zu sprechen. Denn uns wurde mehr als einmal die Ehre zuteil, bei einem Fest oder eine öffentlich Diskussionsrunde spontan das Wort ergreifen zu dürfen, und wir wurden sogar vom Dorfchef in sein Haus eingeladen.


Zurück in Kpalimé 

 

Trotz einiger Widrigkeiten – nicht selten haben wir über das fehlende Internet, den schlechten Handyempfang und das Wasserschleppen von der 20min-entfernten Pumpe gestöhnt – hatten wir auch sehr interessanten, aufregende und schöne Momente in Womé, dem Dorf in den Bergen.
Einen Monat später – zurück in Kpalimé – haben wir dann endlich unsere Gastfamilien kennengelernt, sind „eingezogen“ und haben mit einem zweiwöchigem Sprachkurs in Ewe, der Landessprache im südlichen Teil Togos, begonnen.
Und schließlich durften wir auch mit der Arbeit in unseren Projekten beginnen. Doch davon werde ich ein anderes Mal berichten... ;)

LG, eure Tjada
PS: Habt ihr bestimmte Themen, die euch interessieren (z.B. Gastfamilie/Essen/“Kulturschocks“/...)? Dann hinterlasst doch einfach einen Kommentar! (: